Biographie – Shakspere: Das Wappen; gent.

1596 beantragt William Shakspere für seinen Vater John ein Wappen und die Standeserhöhung zum Gentleman. Kostenpunkt: 31 Pfund und einige Schillinge. (30 guinees)

Die Schuldenkrise ist dank des Geschäftserfolgs des Sohnes überwunden. Im Jahr darauf kann William Shakspre New Place kaufen, das zweitgrößte Haus in Stratford, ein umfängliches Herrenhaus.

Da William nur der Sohn ist, muss er das Wappen für seinen Vater beantragen; er wird erst gent. sein, wenn sein Vater gestorben ist (1601).

Der Antrag wird zweimal gestellt und zweimal abgelehnt.

Die Begründung des Antrags ist an den Haaren herbeigezogen: Eine angebliche Beziehung des Familiennamens der Mutter – Arden – wird auf die adelige Familie der Arden of Park Hall bezogen. Angeblich habe John Shakspere ein Vermögen von 500 Pfund. (Das entspräche heute einer Viertelmillion.)

Ein Punkt für die Stratfordianer: Der Antrag spricht von Shakespeare, nicht Shakspere.

1598 erneuert William Shakspere den Antrag. Nach einigem Hin und Her geht er durch. Wieviel Bestechungsgeld dabei im Spiel war, wissen wir nicht.

Ob „Non sanz droit“ – Nicht ohne Recht – ein mit dem Wappen verbundenes Motto ist, fragt sich. Es wird im weiteren nie mehr gebraucht.

1602 beschwert sich der York Herald: In 23 Fällen sei in letzter Zeit das Wappen unrechtmäßig verliehen worden. Eer nennt auf seiner Liste auch den Fall Shakespeare.

Das hat keine weiteren Folgen, Shakspere bleibt gent. – aber es spricht viel dafür, dass er das Wappen nur dank eines saftigen Bakschisch bekommen hat.

Nimmt Ben Jonson diesen Fall in seinem zeitnahen Stück „Every Man Out of His Humour“ auf die Schippe?

In welchem Verhältnis steht dieses Bemühen Shaksperes um die Standeserhöhung zur Perspektive des Werks gegenüber den Bürgern des Mittelstandes, die nach oben streben? Wie bewertet der Autor Shakespeare das Streben des Geschäftsmanns danach, in den niederen Adel aufgenommen zu werden?

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