Biographie Shakspere: Widmungen

Über die Widmungen im Fall Venus & Adonis und The Rape of Lucrecia mehr an anderer Stelle.

Es fällt auf, dass der Autor Shakespeare in keinem einzigen Fall ein Werk einem anderen Autor (oder sonst jemandem – außer im Fall der beiden Versepen) widmet. Und dass kein anderer Autor Shakespeare ein Werk widmet.

Das ist sehr unüblich und ruft nach Erklärung. Das Widmen von Werken ist damals üblich. Ergänzt wird es oft durch Verse des Lobens. Man fördert sich gegenseitig. Gern bestätigt man, dass man Freund ist.

Für fast alle Autoren sind Widmungen hin bzw. zurück nachgewiesen. Ausgerechnet für den bedeutendsten der Autoren gibt es sie nicht, diese Widmungen?

Das spricht dafür, dass der Autor nicht unter seinem Namen aufgetreten ist – dass er unter Pseudonym verborgen blieb und bleiben musste. Es gab ihn sozusagen nicht, nicht offiziell. Er war keine Person, der man (als Autor) begegnen konnte. Und in dem Fall, dass der Autor ein Hochadeliger war, wäre es unter seiner Standeswürde gewesen, sich zu einer Widmung an einen Bürgerlichen herabzulassen.

Wie erklärt man sich das alles, wenn man Shakspere für Shakespeare hält?

Gar nicht.

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