Nelson 8: Meres nennt Oxford UND Shakespeare

Francis Meres nennt 1598 in seinem Palladis Tamia-Kapitel über die Autoren sowohl Oxford als auch Shakespeare – ergo sind sie verschiedene Personen, der eine kann nicht der andere sein. Das selbe passiert in Bodenhams Belvedere 1600.

 

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2 thoughts on “Nelson 8: Meres nennt Oxford UND Shakespeare”

  1. Wir können hier vorerst nur spekulieren.

    MEINE Spekulation ist die: In Hochadelskreisen und in gewissen Autoren- und Verleger- und Druckerkreisen wusste man Bescheid. So, wie man in bestimmten Kreisen Bescheid wusste, dass F. D. Roosevelt gelähmt war, nicht gehen konnte; oder so, wie manche – auch Journalisten – wussten, dass John F. Kennedy ein exzessiver Womanizer war: Man hat nicht drüber gesprochen. Es war tabu. Man hat die Ehre des Mannes geachtet, selbst dann, wenn man gegen ihn war.

    Inwieweit hat Meres Bescheid gewusst? – Mir ist das noch nicht klar. Kann sein, dass er in dieser Sache vor allem verwirrt war.

    Richtig ist: Wenn jemand öffentlich gesagt oder geschrieben hätte, Oxford sei Shakespeare, der Autor der Versepen und der Theaterstücke unter diesem Namen – er hätte es mit der Gewalt der Obrigkeit zu tun bekommen. Als Marston und noch ein Autor, ich hab grade den Namen nicht parat, in je einem Buch oder Büchlein kurz vor 1600 die Annahme äußerten, Shakespeare sei Bacon, Bacon sei Shakespeare – bezogen auf die Versepen – wurden die zwei Bücher eingezogen, verbrannt – und die Übeltäter verwarnt.

    Möglich, dass viele Leute unter der Hand Bescheid gewusst haben. Die Parnassus-Plays legen das nahe. Sie funktionieren in ihrem auf Shakespeare bezogenen Witzen nur, wenn ziemlich viele da etwas zumindest geahnt haben.

    Leute wie Ben Jonson oder die Herbert-Brüder (beide Earls) oder Thorpe, der Verleger, wussten offensichtlich Bescheid. Natürlich auch Shakspere aus Stratford selbst und eine Globe-Kollegen.

  2. Aber das kann sehr wohl daran liegen, dass die Gleichung Oxford=Shakespeare in der Öffentlichkeit nicht bekannt war und/oder nicht hergestellt werden durfte. Ich denke, der Herausgeber hätte sich der Verfolgung ausgesetzt. Daran anschließend muss natürlich diskutiert werden, ob die Gleichung überhaupt jemandem bekannt war und wem und wenn ja, warum sie trotzdem unterm Teppich gehalten wurde.
    D.

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