Oxford-Biographie

VERO NIHIL VERIUS

Das Motto der Oxfords. Nichts ist wahrer als die Wahrheit.

Hier zunächst ein Überblick – noch ohne Hinweise auf die Werke, die unter dem Namen Shakespeare laufen. Sie werden in der ausführlichen Chronologie genannt.

1550 wird er in einer der ältesten und angesehensten hocharistokratischen Familien geboren. Die Oxfords sind Earls seit den Anfängen der Normannenherrschaft (nach 1066).

Mit zwölf verliert er seinen Vater; das reiche Erbe gerät in untreue Treuhänderhände, nur mit Mühe kann er später einen Teil zurückbekommen.

Seine Erziehung ist exzellent: Fähige Privatlehrer, reiche Erfahrungen sowohl draußen (Jagd, Sport, Turnier, etc.) als auch in der humanistischen Bücher- und Bildungswelt. Der Vater ist auch ein Theatermäzen.

Die hochkarätige Erziehung setzt sich fort im Haus des Lord Burghley in London. In einigen erhaltenen Jugendwerken zeigt sich die Qualität.

1571 wird der junge Mann volljährig und nimmt seinen Sitz im Oberhaus ein, erhält die entsprechenden hohen Ämter am Hof. In Jagd und Tournier zeichnet er sich aus. Schon ein Jahr zuvor hat er erste militärische Erfahrungen gemacht anlässlich der „Northern Rebellion“. Hart ist der Kampf um den Rückgewinn wenigstens eines Teils des Erbes. Oxford braucht für sein repräsentatives und exzentrisches Auftreten viel Geld. Er heiratet Anne Cecil, die Tochter des mächtigsten Ministers der Queen, Lord Burghley.

1575-1576 reist er für ein knappes Jahr nach Italien. Dort erfährt er, dass seine Frau ein Kind (Elizabeth) geboren hat. Bei seiner Rückkehr wird er erst einmal von holländischen Piraten bis aufs Hemd ausgeraubt; an Land wird ihm von seinen Freunden eingeflüstert, das Kind sei nicht von ihm. Er trennt sich daraufhin für fünf Jahre von seiner Frau.

Edward de Vere ist ein junger Star am Hofe der Queen und genießt ihr Wohlwollen.

Teils vor, teils nach der Italienreise werden einige Gedichte veröffentlicht – Oxfords Verfasserschaft lässt sich jeweils erschließen.

Immer in Geldnot, investiert er ein Vermögen (3000 Pfund) in die dritte Frobisher-Expedition – und verliert seinen gesamten Einsatz.

Zu einem gefährlichen Streit kommt es mit Philip Sidney; die Queen verhindert ein Duell.

Sein Sekretär Philip Lyly begründet die literarische Mode des Euphuismus. Er selbst übernimmt eine Theatergruppe, die Oxford’s Men, und wird Patron einer Knaben-Theater-Gruppe.

Gefährlich wird Oxford auch der Angriff dreier früherer Freunde, „Papisten“, die ihn in einem wüsten Pamphlet attackieren.

1580 schwängert der – nach wie vor von seiner Frau getrennt lebende – Edward de Vere eine Ehrendame der Queen, Anne Vavasour. Sie bringt einen Sohn (Edward) zur Welt. Die wütende Queen lässt die beiden Sünder einige Monate in den Tower sperren und verbannt dann Oxford für zwei Jahre vom Hof. Sein Ruf ist ruiniert. Er versöhnt sich jetzt reumütig mit seiner Frau Anne.

Das nächste Fiasko folgt: Ein Onkel von Anne Vavasour lässt Oxfords Leute angreifen, in dem wilden Gefecht wir Oxford vermutlich schwer verletzt? (Er spricht nun oft davon, dass er lahm sei.)

1583 ist Oxford wieder am Hof zugelassen, erreicht aber nicht mehr die frühere Stellung. Die Queen weist ihm (ab 1586) jährlich 1000 Pfund zu – das entspräche heute einer halben Million Pfund oder mehr. (Es ist ein ‚“Geschenk“ der Queen; Aristokraten erhalten keinen Arbeitslohn. Ein solches Geschenk ist trotzdem der Lohn für etwas. Die Queen ist sparsam. Wir fragen uns, wofür Oxford nun regelmäßig eine so ungewöhnlich hohe Alimentierung bekommt. Unsere Vermutung: für seine Beiträge zur Hofunterhaltung  – für seine Dramen. Oder greift die Queen nur deshalb so tief in die Schatztruhe, weil Oxford der höchstrangige Earl ihres Königreichs ist, und es sich nicht gut macht, wenn der edelste Aristokrat pleite geht?)

1584 wird die Tochter Bridget geboren, 1587 die Tochter Susanne.

1588 stirbt seine Frau. In der Seeschlacht gegen die Armada 1588 steht ein von ihm ausgerüstetes Schiff.

Die Schulden werden größer – Oxford verkauft seinen letzten größeren Landbesitz, das Schloss, in dem er geboren und aufgewachsen ist. Ende 1591 heiratet er erneut: Elizabeth Trentham, eine Ehrendame der Queen. 1593 wird der Sohn und Erbe des großen Namens geboren, Henry. Oxfords Schwager kümmert sich nun um die Finanzen und saniert sie einigermaßen.

Die Gesundheitsprobleme nehmen zu und schließen Oxford immer mehr von öffentlichen Aktivitäten aus. Er lebt ab 1597 in einem Vorort von London, im Tudor-Schloss King’s Place. Seine Stellung am Hofe und unter den hocharistokratischen Kollegen bleibt prekär. Daran ist auch seine von der Standesehre aus unziemlich leidenschaftliche Zuwendung zum Theater schuld.

Aufregend wird es noch einmal bei der Essex-Revolte. Oxford ist der Senior der 25 Adeligen, die die Rebellen wegen Verrats verurteilen.

1603 wird die Queen zu Grabe getragen. Ihr Nachfolger Jakob I. gewährt die 1000 Pfund weiter und genießt das Theater.

Am 6. Juni 1604 stirbt der Earl of Oxford in seinem Hause an seinen langjährigen Krankheiten. Ein Strom von Ehrungen folgt.


Soweit die Kurzbiographie. Die ausführliche Lebensbeschreibung finden Sie in zwei Teilen, einem chronologischen und einem thematischen.

Diese chronologische Biograpie ist noch nicht das, was sie sein soll. Sie ist vorerst nur eine Auflistung, und wird das auch noch einige Zeit bleiben, denn es sind umfangreiche Ergänzungen und einige Korrekturen nötig.

Sobald dieses Stufe abgeschlossen ist, werde ich mit der erzählerischen Umarbeitung beginnen. Es soll eine farbige biographische Story entstehen.

Chronologie

Ich folge in dieser Chronologie en detail den 590 Seiten von Kurt Kreilers „Der Mann, der Shakespeare erfand“ (Insel Verlag, 2009). Dabei fasse ich zusammen und übernehme seine spekulativen (!) Vorschläge für die Einordnung der Werke. Einzelheiten lese man bei Kreiler nach.


Mehrere wichtige Themen werden in der Chronologie nur gestreift, sie werden im zweiten Bereich der Pro-Oxford-Seiten aufgegriffen:

Wer war Edward de Vere? – Themenseiten zur Vertiefung der in der Chronologie vorgestellten Lebensgeschichte.

Könnte Oxford „Shakespeare“ sein? –Eine Zusammenfassung der Argumente pro Edward de Vere, 17th Earl of Oxford.


Argumente gegen Edward de Vere als Autor Shakespeare gibt es reichlich. Einige davon sind bedenkenswert. Sie werden auf den Contra-Oxford-Seiten alle besprochen werden.

Es gibt auch viele Abweichungen von Kreilers (und vorläufig auch meiner) Darstellung der Biographie Oxfords. Dazu werde ich eigene Seiten einrichten.

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