Oxford: Die Familie

in Arbeit

Thema ist der engere Familienkreis, die Kleinfamilie – auf dieser Seite in knapper Zusammenfassung. Später werden ausführlichere Extraseiten zu den einzelnen Personen erscheinen.

Bitte beachten Sie, dass vorerst alles auf dieser Seite ENTWURF ist.

Ich beginne damit, die in der Chronologie bereits gegebenen Informationen hierher zu übertragen. 


zu Vater und Mutter und zum Stammbaum: siehe Chronologie


1

Die erste Ehefrau: Anne de Vere, geb. Cecil (5.12.1556 – 5.6.1588)

1571: Der 21-jährige Edward de Vere ist der begehrteste Junggeselle dieses Jahrs; er braucht eine reiche Heirat, die seine finanzielle Lage und seine Lust am Verschwenden erleichtern könnte.

Wählt Oxford die 14hjährige Ann Burghley – oder hat deren Vater, sein bisheriger Ziehvater Lord Burghley, ihn gewählt?

Die Hochzeit findet Ende des Jahres statt – mit allem Prunk, den der Hochadel sich leistet. Die Mitgift beträgt 3000 Pfund. Sie besteht auch in den besten Beziehungen, die man nur haben kann – zum mächtigsten Mann am Hof, der nun als Schwiegervater Interesse am Gedeihen des Manns seiner Tochter hat.

Ein Höfling berichtet an den Grafen von Rutland:

Der Graf von Oxford hat sich eine Frau genommen – oder zumindest hat ihn eine Frau eingefangen; es ist Mistress Anne Cecil; wozu die Königin ihre Zustimmung erteilt hat, und was großes Jammern und Wehklagen und kummervollen Beifall jener fand, die gehofft hatten, selber diesen goldenen Tag zu erleben. So mögt Ihr sehen: indes einige mit Olivenzweigen frohlocken, folgen andere der Hochzeitskutsche mit Weidengebinden.

zit. bei Sobran, 134

Anne Cecil wird von ihrer Familie „Tannikin“ (Sonnenscheinchen) genannt. Sie ist hübsch, wohlerzogen und lieb – und vielleicht etwas zu langweilig für den wilden jungen Grafen von Oxford.

Möglicherweise hat Oxford ihr mit Ophelia (Hamlet), Desdemona (Othello), Helena (All’s Well, End’s Well) und Hermione (Winter’s Tale) ein Denkmal gesetzt: Er wird seine Frau unglücklich machen.

1575: In Paris, der ersten Station seiner Italienreise, erfährt er, dass seine Frau – überraschenderweise – schwanger ist. Es muss ein Junge werden, meint er begeistert. Er lässt sein Portrait malen und ihr schicken; es ist dasjenige, das wir kennen und in der Titelleiste zeigen.

In Venedig erfährt er von der Geburt seiner Tochtert Elizabeth – und freut sich darüber.

1576: Die Ehekatastrophe beginnt.

Gleich bei der Landung an der Küste empfangen ihn seine Freunde Lord Henry Howard (sein Cousin), Rowland und Edward York. Später kommt noch Sir Arundell, ebenfalls mit Oxford verwandt, hinzu.

Sie sind es wohl, die ihm – wie Jago dem Othello – einflüstern, dass Anne ihrem Mann untreu gewesen ist und die Tochter einen anderen als Vater hat. Womit – wenn das öffentlich würde – auch Oxfords Ehre beschmutzt wäre.

„Othello“ glaubt seinen „Jagos“ und – ohne es öffentlich zu machen – vermeidet ab jetzt fünf Jahre lang den Umgang mit seiner Frau.

Die, so erfahren wir, jederzeit bereit ist, ihm zu vergeben, und vor Sehnsucht fast vergeht.

Burghley versucht vergeblich, seine Tochter („Desdemona“) zu verteidigen. Oxford bleibt hart. Seine Frau dürfe, so sagt er, weiter am Hof erscheinen, aber nur dann, wenn er selber nicht anwesend sei.

Oxfords Verhalten Anne gegenüber läßt sich kaum entschuldigen oder auch nur verstehen. Er hatte keine Zweifel an ihrer Treue, als er von ihrer Schwangerschaft erfuhr, oder auch später, als er die Nachricht von der Geburt des Kindes erhielt. Aber jede Bedrohung seiner Ehre, seines „guten Namens“, versetzte ihn in rasende Wut, und erzürntes Ehrgefühl verleitet Männer oft zu unehrenhaften Handlungsweise, wovon die Stücke Shakespeares Zeugnis ablegen. Für ihn genügte es, daß Anne, so untadelig sie auch in Wirklichkeit gewesen sein mag, ‚vor der Welt entehrt‘ war. Später sollte er seinen eigenen Vetter Henry Howard beschuldigen, das Gerücht, Elizabeth sei nicht sein Kind, verbreitet zu haben.

Sobran S. 147

Eine Anthologie von Gedichten erscheint, mit anonymen Beiträgen auch von Oxford: The Paradise of Dainty Devices. Eins der Gedichte nimmt direkt Bezug auf das Ehedrama. Es ist überschrieben: „Er erhebt Klage, nachdem sein guter Name befleckt worden ist„.

Schon 1577 wird es zur Entfremdung mit diesen drei „Jagos“ kommen, 1580 zum Eklat. Im Moment aber stehen sie Oxford noch nahe – näher als seine Frau. Er entscheidet sich für die Freunde und gegen seine Frau.

Die de-facto-Trennung von seiner Frau scheint seinem Erfolg bei Hofe nicht im Wege zu stehen.

1579: Oxfords geheimes Verhältnis mit Ann Vavasour beginnt.

1581: Die drei „Jagos“ wenden sich gegen Oxford, der ihre katholischen Machenschaften verraten hat. In Pamphleten versuchen sie ihn bloßzustellen. Erkennt Oxford jetzt die Unschuld seiner „Desdemona“?

Oder bedarf es noch der nächsten Katastrophe: Seine Geliebte Ann Vavasour bringt ein Kind zur Welt; womit das heimliche, illegale Verhältnis zur Hofdame der Queen offenbar wird. Diese ist not amused und sperrt die unzüchtigen Verräter ein paar Monate in den Tower. Oxford bleibt dann drei Jahre vom Hof verbannt.

Ende des katastrophalen Jahres, an Weihnachten, versöhnt er sich endlich mit seiner Frau Anne. – Wie kommt Oxford zu der Einsicht, seiner Frau unrecht getan zu haben?

Othello (Desdemona), A Winter’s Tale (Hermione), Much Ado About Nothing (Hero), Measure for Measure (Mariana/Isabella/Julia), All’s Well End’s Well (Helena) – die auffallend häufigen Geschichten mit Frauen im Zentrum, denen der Mann unrecht tut, geben uns zu denken. Der Autor wird in dieser Hinsicht schmerzhafte Erfahrungen gemacht haben.

Fünf Jahre hat er gebraucht, bis er sich endlich die Erkenntnis zumuten konnte, dass er sich hat täuschen lassen – und dass er seine Frau damit ins Unglück gestürzt hat.

Anne de Vere ist immer bereit zu verzeihen und sich zu versöhnen – eine Griseldis. Sie bewahrt dabei ihre Würde. Zum Beispiel betont sie kurz vor Oxfords Kehrtwende, seine Lordschaft habe ohne jeden Grund in Taten und Worten eine Abneigung gegen sie gefasst.

Und deshalb, mein lieber Herr, bitte ich Euch inständig im Namen Gottes, der alle meine Gedanken und meine Liebe zu Euch kennt, laßt mich die Wahrheit Eurer Absichten mir gegenüber erfahren; welcher Grund Euch dazu bewegt, mich in diesem Elend zu belassen, und was ich, so es in meiner Macht steht, tun kann, um Euer fortwährendes Wohlwollen wiederzuerlangen, damit Ew. Lordschaft nicht veranlaßt sein mögen, mich weiterhin ohne hinreichenden Grund in mein Unglück einzukerkern, woan ich, sowar mit Gott helfe, gänzlich unschuldig bin.

zit. Sobran, S. 153

Oxfords Anwort auf diesen Brief ist nicht erhalten, aber ein paar Tage danach dankt Anne de Vere für sein Entgegenkommen. Ihre Antwort ist nicht ohne sanfte Ironie (sie verbindet das Unglück, in das ihr Mann gestürzt ist, mit ihrem eigenen …):

Ich bedaure außerordentlich, Euch so beunruhigt zu sehen durch die Unbeständigkeit der Welt, von der ich selbst nicht ohne Kostproben bin.

Ihre Loyalität zu ihrem Mann ist (für die Zeit damals) vorbildlich: bedingungslos.

Mein lieber Herr, seid versichert, Ihr seid es, den ich als einzigen liebe und achte und so vor allem in der Welt danach verlange, Euch glücklich zu machen.

Die verbleibenden fünf Jahre scheinen ehefriedlich, vielleicht sogar eheglücklich abgelaufen zu sein.

1582: Zum ersten Mal nach langer Zeit ist die Familie wieder zusammen – Oxford, Frau, die Tochter Elizabeth. Über das Familienleben – so weit es eins gab – wissen wir nichts. Die Familie lebt trotz der drückender Schulden in Fisher’s Folly, einem herrschaftlichen Haus in London.

1583: Ein Sohn wird geboren und stirbt bald nach der Geburt.

1584: Tochter Bridget geboren.

1587: Tochter Susan geboren.

1588: 5. Juni: Oxfords Frau Anne stirbt am Hof der Queen an einem Fieber, 31 Jahre alt. Oxford ist bei ihrer Beerdigung nicht dabei – zu sehr beschäftigt in der Flotte. Es ist die Zeit des Angriffs der spanischen Armada.  

Oxford verkauft das Haus, in dem er die letzten Jahre mit seiner Familie gelebt hat.


2

Die zweite Ehefrau: Elizabeth de Vere, geb. Trentham

Elizabeth Trentham ist eine Ehrendame der Queen, 28, als Anfang 1591 Oxford um sie wirbt.

Die Queen erklärt sich schließlich mit der Heirat einverstanden, Ende des Jahres heiraten sie.

Für die Frau ist es der Aufstieg in die Region des Hohen Adels; für Oxford bedeutet es: Geld.

Denn die Frau bringt in die Ehe ihren Bruder ein: einen guten, reichen Geschäftsmann, der die Finanzen Oxfords auch dadurch saniert, dass er 10.000 Pfund zuschießt.

Oxfords Schulden belaufen sich im Jahr 1591 auf 11.000 Pfund, wie sein Mentor Burghley ausdrücklich festhält. Sie übersteigen damit sein Jahreseinkommen um etwa das Zehnfache. Es handelt sich dabei überwiegend um die noch ausstehenden Mündelgelder von 1571, die Oxford an den Staat zu entrichten hätte – einschließlich der Strafzahlungen und Zinsen infolge der bisherigen Nichtzahlung.

(Ich halte es, anders als Kreiler, für unwahrscheinlich, dass Elizabeth Trentham die „Dark Lady“ der Sonette war. Als Ehrendame bei der Queen dürfte das kaum möglich gewesen sein; auch endet die Serie der Dark-Lady-Sonette mit einem Eklat.)

1593: Sohn Henry de Vere geboren, der ersehnte Stammhalter. (Er wird jung sterben, 1625, im Krieg, und ohne Nachfolger.)

1597 beziehen die Oxfords King’s Palace am Rande der Stadt London, in Hackney. Oxford ist gesundheitlich angeschlagen und hat sich vom Hofleben weitgehend zurückgezogen.

Wir erfahren kaum noch etwas über ihn.

Ende des Jahres 1601 oder zu Beginn des folgenden Jahres kommt es zu einer Krise im King’s Palace, Hackney, die ein düsteres Licht auf die Ehefrau Oxfords wirft. Wie eine Furie verfolgt sie Arthur Milles, einen – vermutlich unschuldigen – langjährigen Gefolgsmann und Diener Oxfords, wirft ihm Diebstahl vor. Oxford versucht ihn zunächst zu verteidigen, gibt dann aber seiner Frau nach. Der Beschuldigte wendet sich verzweifelt an Richard Cecil um Hilfe.

Als 1604 Edward de Vere stirbt, ist seine Frau etwa 41, sein Sohn und Erbe Henry 11. Vermutlich um ihm das eigene Schicksal als Waise zu ersparen, übergibt Oxford sein Erbe bereits kurz vor seinem Tod – er macht also kein Testament.

(Eine Theorie: Der hoffnungslos leidende Oxford macht seinem Leben selbst ein Ende. In diesem Fall aber würde sein gesamtes Erbe an die Krone fallen. Oxford beugt also vor.)

Wer erbt die Manuskripte? In wessen Hände kommen sie?

Elizabeth Trentham stirbt 1612.


3

Die älteste Tochter: Elizabeth

Als Elizabeth geboren wird – im Sommer 1575 – ist ihr Vater in Venedig. Als er im Frühjahr 1576 an der Küste von England landet, erzählen ihm seine besten Freunde, die Gräfin habe ihn betrogen, das Kind sei von einem anderen. Und Oxford – glaubt es. Hält das Kind für einen Bastard. Lebt fünf Jahre lang getrennt von seiner Frau. Sein Name sei in den Schmutz gezogen …

Mutter und Kind leben (gewiss bestens versorgt) im Hause des Schwiegervaters, Lord Burghley.

Ende 1581 erkennt Oxford endlich seinen Irrtum, versöhnt sich wieder mit seiner Frau und lässt das gemeinsame Familienleben im großen Haus Fisher’s Folly beginnen. Dort werden die beiden jüngeren Schwestern von Elizabeth geboren.

1590/91: Die richtige Zeit auch für die Sonette, mit denen Oxford den 17/18jährigen Henry Wriothesley, 3rd Earl of Southampton zu Ehe und Fortpflanzung seines edlen und schönen Geschlechts auffordert – er soll gemäß Burghleys Plan Oxfords älteste Tochter Elizabeth (in diesen Jahren 15 bzw. 16) heiraten. (Southampton ist in dieser Zeit noch Mündel Lord Burghleys). – Der junge Earl of Southampton ziert sich, will nicht.

1594: Die Verhandlungen über die Heirat von Elizabeth de Vere mit dem Earl of Southampton sind beendet. Der Verweigerer muss an die Krone 5.000 Pfund Strafe bezahlen, was ihn finanziell ruiniert. Das dürfte ein weiteres Motiv für ihn sein, sich immer mehr an Essex anzulehnen und sich von Oxford zu entfremden.

1595: Elizabeth de Vere heiratet schließlich William Stanley, 6th Earl of Derby (1561-1642), der ebenfalls Dichter und Patron einer Theatertruppe ist und ein abenteuerliches Leben hinter sich hat. Er hat tourniert, ist als Bettelmönch durch ganz Italien gewandert, soll sich in Ägypten mit einem Messer gegen einen Tiger (!) verteidigt haben … Auch Derby wird gelegentlich als Autor der Werke Shakespeares vorgeschlagen. Er dürfte auf jeden Fall zum kleinen Kreis derer gehören, die die Sonette lesen dürfen. 1599 heißt es von ihm, er sei ausschließlich damit beschäftigt, Komödien für die gemeinen Schauspieler zu schreiben. Keine davon ist – unter seinem Namen! – bekannt geworden.

1596: Ehekrise im Hause Derby. Geht Elizabeth Derby mit dem Earl of Essex fremd? – Am Ende kommt es zur Versöhnung. Aber die Abneigung von Oxford gegen Essex wächst.

Später wird sie Hofdame bei Ann of Denmark, der Königin am Hof von James I.

Mehrere Kinder.

Tod: 1627


4

Die zweite Tochter: Bridget

1584 geboren, nachdem sich der Vater mit seiner Ehefrau wieder versöhnt hat. Das vor Bridget geborene Kind ist ein Sohn, der aber nicht lange lebt.

1597 soll William Herbert, Earl of Pembroke, sie heiraten, doch der lehnt ab. Burghley hat ihm 3000 Pfund für die Heirat versprochen – nach dem Tod des Schwieger-Großvaters; Pembroke will das Geld gleich.

Bridget heiratet schließlich 1599 den Baron Francis Norris of Rycote (1579-1622)  – von dem sie sich aber nach einigen Jahren (1606) wieder trennt. Der Baron wird 1621 Earl of Berkshire, ruiniert sich aber gleich darauf, indem er einen Höheren im Beisein des Kronprinzen den Ellbogen in die Seite stößt. Vorübergehend landet er dafür im Gefängnis. Kaum wieder frei, begeht er Selbstmord: Er erschießt sich 1622  mit einer Armbrust.

Ein Kind: Elizabeth Norris, 1603 – 1645.

Bridget stirbt 1630 oder 1631.


5

Die dritte Tochter: Susan

1587 geboren. Die Mutter stirbt im Jahr darauf, im Jahr der Armada.

Susan heiratet Ende 1604 Philip Herbert, Earl of Montgomery, den Sohn von Mary Herbert, Countess of Pembroke, der gelehrten Schwester des Dichters Philip Sidney. Mountgomery ist der Bruder des Earls of Pembroke, der bald für das Theaterwesen die höchste Autorität werden wird. Beide werden sie das First Folio möglich machen.

Erzogen wird sie im Hause ihres Großvaters Lord Burghley.

Susan tritt 1601 kurze Zeit in den Dienst der Queen, später wird sie Hofdame der Königin Anne (of Denmark, am Hofe König Jakobs I.). Sie hat zehn Kinder, von denen zwei wiederum Kinder zeugen …

John Manningham überliefert 1602 in seinem Tagebuch anekdotisch einen Insider-Scherz bei einem höfischen Fest: Auf einem Los steht:

Niete: Lady Susan Vere
Nichts ist dein Los, das ist mehr als gesagt werden kann,
denn Nichts ist wertvoller als Gold.

Oxford hat nicht viel zu vererben … Zugleich eine Anspielung auf King Lear:

Lear: … was sagst du, dir zu gewinnen,
Ein reichres Drittel als die Schwestern? Sprich!
Cordelia: Nichts, gnäd’ger Herr!
Lear: Nichts?
Cordelia: Nichts.
Lear: Aus nichts kann nichts entstehn: sprich noch einmal!

Susan, Lady Herbert, gehört zu den weiblichen Förderern der Kunst und der Künstler.

Sie stirbt 1628 oder 1629.


6

Der Sohn und Erbe: Henry

Der ersehnte Erbe, geboren 1593, von der zweiten Ehefrau Oxfords.

Er ist 11, als sein Vater 1604 stirbt. Er erbt dessen Titel und Vermögen.

In jungen Jahren soll er recht ausschweifend gelebt haben. Nach dem Tod der Mutter (1612) begibt er sich auf ausgedehnte Europareisen, nach Frankreich und Italien u. a.. 1617 ist er zum Beispiel in Venedig.

Während er auf Reisen ist, gerät er – unversehens – in die Intrigen rund um den Günstling des Königs, Buckingham. Die Tochter von Edward Coke und Lady Hatton soll Buckingham heiraten, der Vater ist dafür, die Mutter dagegen. Sie fädelt eine Heirat mit Henry de Vere ein. Der Vater setzt sich durch, aber die Feindschaft Oxford-Buckingham beginnt.

1618 ist Oxford in England und wird Lord Great Chamberlain wie sein Vater. 1620 dient er dem Pfalzgrafen (dem späteren Winterkönig)., 1621/22 dient er auf See.

Er gerät in Konflikt mit Buckingham, nachdem er zu verhindern versucht, dass dessen Bruder die Tochter seiner Schwester Bridget heiratet. Er beklagt sich darüber, dass das Recht inzwischen allein in der Hand Buckinghams liege. Zweimal wird er verhaftet, das zweite Mal landet er für 20 Monaten im Tower, in strenger Haft. Sein Verbündeter war Henry Wriothesley, 3rd Earl of Southampton. 

1624, wieder frei, heiratet er die reiche Lady Diana Cecil. Dann begibt er sich als Offizier auf den Schauplatz des 30jährigen Kriegs zu den die Niederlande gegen die Spanier verteidigenden englischen Hilfstruppen. Wundfieber nach einer Verletzung rafft ihn den Den Haag hinweg.

Sein Erbe übernimmt sein Cousin Robert de Vere, von einer Seitenlinie der Earls. Er fällt ebenfalls im Krieg in den Niederlanden gegen die Spanier, 1632. Sein 5jähriger Sohn folgt ihm – der letzte der de Veres: Aubrey de Vere (1627-1703). Mit ihm endet das Geschlecht der de Veres nach 600 Jahren.

(Seine Tochter Diana de Vere heiratet einen unehelichen Sohn von King James II. 12 Kinder bringt sie auf die Welt. Einer ihrer Söhne setzt die Vere-Linie als Baron fort.)


7

Edward de Vere als Familienoberhaupt

 


8

Die Schwester: Mary

1578: Mary Vere (1754-1624) heiratet Peregrine Bertie, Lord Willoughby d’Eresbie (1555 – 1601).

Zunächst ist Oxford skeptisch, wird dann aber Freund von Peregrine Bertie. Der Baron wirkt als Diplomat einige Zeit in Helsingör/Kopenhagen und wird manches anregen, was wir in Hamlet finden.

Sechs Söhne, zwei Töchter.

Sie trennt sich von ihrem Mann, wird darum in seinem Testament nicht erwähnt. Heiratet nach dem Tod ihres Mannes erneut.

Sie stirbt 1624.


9

William Cecil, Lord Burghley als Ersatzvater (1520 – 1598)

 


10

zu Anne Vavasour und dem unehelichen Sohn Henry Vere: siehe Skandal-Seite


 

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