Pseudonym: John Davies of Hereford

Ein Beispiel dafür ist Epigramm Nr. 159 von John Davies of Hereford: To our English Terence Mr. Will: Shake-speare.

Auch die Anspielung auf Terenz deutet auf ein Pseudonym: Damals hatte man das Gerücht für plausibel gehalten, hinter dem Namen des römischen Komödiendichters Terenz (der ein Sklave war) hätten sich römische Aristokraten verborgen, Scipio u. a..


To our English Terence, Mr. Will. Shake-speare.
Some say (good Will) which I, in sport, do sing,
Had’st thou not plaid some Kingly parts in sport,
Thou hadst bin a companion for a King;
And, beene a King among the meaner sort.
Some others raile; but, raile as they thinke fit,
Thou hast no railing, but a raigning Wit:
And honesty thou sow’st, which they do reape;
So, to increase their Stocke which they do keepe.

Played kingly parts in sport – heißt das: Tourniere? Schach? Kartenspiele? Jagd? – Oder nur Theaterstücke (wie uns hier die Stratfordianer weis machen möchten)?

Shakspere war jedenfalls kein „companion for a King„.

Die letzten beiden Verse weisen deutlich darauf hin, dass der Autor, der unter dem Namen Shake-speare auftritt, nicht erntet – also unbekannt bleibt. Andere profitieren von seinem Werk.

vgl. https://oxfraud.com/SL-john-hereford – Dort gibt es eine interessante Diskussion über dieses in der Tat rätselhafte Epigramm und seine Bedeutung für die Verfasserschaftsfrage. Für die Stratfordianer ist immer wichtig, dass ALLES GANZ KLAR für ihren Stratfordmann spricht.

Ausführlich zum Epigramm: Diana Price, Shakespeare’s Unorthodox Biography. – 2012 (Seite 60-65)

Eins jedenfalls, so sagt sie, kann man daraus entnehmen: Über diesen Shake-speare redet man nicht so offen und direkt wie über die anderen Autoren – weil es sich eben um ein Pseudonym handelt und unbekannt bleiben muss, wer dahinter steckt.

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