Name: Die Aussprache

Werden die zwei Namen gleich oder verschieden ausgesprochen?

HEUTE würde man sie verschieden aussprechen: Shak wie Mac, Shake wie make.

Auch zu Shakespeares Zeiten wird man den Vorort Hackney (Oxfords Alterssitz) nicht Hakeney ausgesprochen haben.

Es gibt auch Argumente dafür, dass Shak und Shake DAMALS manchmal in manchen Fällen gleich ausgesprochen werden konnten.

War also die Aussprache Hakeney vielleicht doch möglich?

Gilt das auch für Stratford, für den Warwickshire-Dialekt?

In den Midlands, so schreibt Pointon (S. 26), sprach man im 19. Jahrhundert (und das gilt dann wohl auch fürs 16. Jahrhundert) hat wie heute hat (= Hut), date hingegen fast wie dirt.

Spielerisch ins Deutsche transponiert: Shakspere ist dann ungefähr Schäckspier oder Schäggspier, Shakespeare ungefähr Schörkspier.

Das würde durchaus einen Unterschied machen, aber gelegentlich auch zum Verhören einladen, vor allem, wenn man in London den berühtmt-berüchtigten Autorennamen Shakespeare im Ohr oder im Blick hat.


Noch ein Versuch:

Unterscheidet sich die Aussprache Shakspere – Shakespeare?

Das möchte ich als Laie nicht entscheiden. Helge Kökeritz, so lese ich bei Bryson (S. 16), soll der Fachmann auf dem Gebiet sein und meint, Shakspere könnte (Konjunktiv!) wie snack ausgesprochen worden sein, anders als Shakespeare (wie make).

An anderer Stelle lese ich (ich habe vergessen, wo): Nein, das wurde gleich ausgesprochen. Und im übrigen waren solche Probleme den Leuten damals unwichtig, es ging auch bei der Aussprache hoppladihopp.

Im Werk Shakespeares allerdingst herrscht eine Sprache (und wohl auch Aussprache) vor, die typisch für London und Essex ist, im Unterschied zu Warwickshire. Ich nehme doch an, dass auch damals schon Aussprache-Unterschiede zur Einschätzung und Wertung der Menschen verwendet wurden. Shakspere müsste ziemlich deutlich Warwickshirisch gesprochen haben. Im Werk zeigt sich das nicht.


Sie vor allem Shahan/Waugh: Shakespeare Beyond Doubt? – Shakespeare Authorship Coalition. 2016. Darin: A. J. Pointon: The Man Who Was Never Shakespeare. The spelling of William Shakspere’s name. Seite 14 – 28


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