Contra 2: Stratford-upon-Avon, die Shakespeare-Stadt

Drei Tage brauchte Shakspere, um von seiner kleinen, etwas abgelegenen Heimatstadt in Warwickshire – um die 2.000 Einwohner zählend – nach London zu kommen (die Metropole mit damals 160.000 Einwohnern).

Er war Stratforder, nicht Londoner. Sein Lebensmittelpunkt war Stratford am Avon, auf jeden Fall wieder ab 1597, nachdem er dort sein repräsentatives Herrenhaus gekauft hat und Mitglied der städtischen Oligarchie geworden ist. Allerdings, ohne sich sonderlich an den Gemeinschaftsaufgaben – etwa der Übernahme eines öffentlichen Amts – zu beteiligen. Sein zunächst in London verdientes Geld hat er fast ganz in Stratford investiert – aber nur für sich und seine Familie.

Ab 1604 wird er wohl weitgehend, ab 1611 oder 1612 ganz in Stratford gelebt und sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht haben.

London mit seiner Fülle von attraktiven Kontaktmöglichkeiten, falls man an Kunst und Bildung und theaterkompetenten Gesprächspartnern interessiert ist, schätzt dieser angebliche Autor der Werke Shakespeares nicht sonderlich hoch. Er zieht die eher bescheiden gebildete Oligarchie des Landstädtchens vor. Über seine Werke und über das, was ihn zu diesen Werken getrieben hat, dürfte er mit ihnen kaum sprechen können. Auch scheint ihn das Theater nicht wirklich gefesselt zu haben. Er löst sich von der Theaterwelt und beschränkt sich auf die nun schon recht theaterfeindlich gewordenen Welt des tendenziell puritanischen Stratford.

Samuel Schoenbaum macht sich Gedanken über das Verhältnis der Stratforder zu Shakspere, ohne dass er die Biographen damit anregen konnte, der Frage genauer nachzugehen (Seite 325):

Was hielten eigentlich die Mitbürger von dem bemerkenswerten Stückeschreiber der Kämmerer-Truppe, dem vielbewunderten Dichter der Liebessehnsucht, welcher alljährlich eine Zeitlang in ihrer Mitte zubrachte?

Wahrscheinlich haben sie sich den Kopf nicht sonderlich zerbrochen über Stücke und Dichtungen. ABer mit den Geschäften war das anders: da sahen sie in Shakespeare einen in praktischen Dingen überaus tüchtigen Mann, der (wenn es not tat) auch zugänglich war für größere Darlehen bei guter Sicherheit.

Und bei angemessenem Zins. Umsonst verleiht Mr. Shakspere sein Geld nicht – er ist ein vernünftiger Geschäftsmann.

Warum sollten die Stratforder nicht neugierig verfolgen, was für Skandalgeschichten ihr Mitbürger in London auf die Bühnen zaubert?

Warum sollten die Angehörigen der Stratforder Oligarchie, die 1602 puritanisch gesinnt ein Theaterverbot für die Stadt erlassen, den führenden Produzenten solcher sündiger Spektakel besonders schätzen? (1609 kommen noch die peinlich-intimen und am Ende sogar ehebrecherischen Sonette hinzu.)

Schoenbaum fährt fort (Seite 328):

Wie Shakespeare die Tage verbracht hat, an denen er nicht in London weilte, darüber verraten uns die Urkunden nicht viel. Sie verzeichnen in trockener juridischer Form lediglich bedeutungslose Streitfälle in Geldsachen, die ihren Weg bis vor Gericht genommen haben.

Wer über mehr Malz verfügte als er für seinen eigenen Bedarf benötigte, gab bisweilen ein paar Scheffel auf Kredit weiter. Blieb die Rechnung unbezahlt, so nahm er Zuflucht zum Rechtsweg. In dieser Hinsicht unterschied Shakespeare sich nicht von anderen.

Ja, die Urkunden verraten uns nicht viel über das, wie unser Mann in Stratford seine Tage verbracht hat. Aber müsste es dann nicht in den Werken Hinweise dafür geben? Und können wir nicht aus den Urkunden und sonstigen Dokumenten schließen, dass er jedenfalls kaum etwas mit Kunst und Bildung zu tun hatte in Stratford?

Schoenbaum (Seite 330):

Shakespeare muss seine Zeit hauptsächlich mit der Familie oder mit der Arbeit in den Gärten von New Place zugebracht haben, wo der Maulbeerbaum und die üppigen Rebengewächse gediehen. Die formellen Urkunden sagen nichts aus über die kleinen Begebenheiten des Alltagslebens, wiewohl uns der Mythos ab und zu einen zwanglosen Blick auf den Bühnendichter inmitten seiner ländlichen Umgebung gewährt.

George Steevens bewahrt eine Überlieferung, die recht glaubwürdig klingt, nämlich, daß Shakespeare seinen wöchtenlichen Trunk in seinem Stammlokal zu sich genommen habe.

‚Der verstorbene Mr. James West vom Schatzamt hat mir versichert, er habe in seinem Haus in Warwickshire eine Holzbank, die einstmals von Shakespeare bevorzugt worden sei, sowie einen irdenen Krug von einer halben Pinte, aus dem er jeden Samstagnachmittag sein Ale zu schlürfen gepflegt in einem gewissen öffentlichen Haus in der Nachbarschaft Stratfords.‘

Undsoweiter. Eine Nachricht vom Ende des 18. Jahrhunderts – mehr als 150 Jahre nach dem Tod des Helden, zu dem man hektisch und verzweifelt biographisches Material zu erschnüffeln und zu erfinden sucht. (Verständlich – man will sich den Großen Barden, das Genie Englands, doch lebendig anschaulich menschlich vorstellen!)

Gibt es bei Shakespeare eine Figur, sie sich wie Shakespeare/Shakspere selbst vom Künstlerleben in die kunstferne (noch dazu theaterfeindiche) Kleinstadtwelt zurückgezogen hat?


Stratfords Geschichte lässt sich in folgende Phasen einteilen:

1. das Dorf am Fluss, mit Abtei

2. die kleine Stadt im Mittelalter, ab 1196;

3. die lebenskräftige Stadt in Renaissance und Reformation (16. Jh): sie wird protestantisch;

4. die Stadt in der Krise, stagnierend ab ca. 1590; Religionsfehden zwischen verschiedenen Puritanerfraktionen bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts; enclosure-Konflike;

Der Abstieg der Stadt beginnt etwa mit dem Aufstieg ihres Bürgers William Shakspere, der zunächst und rasch in London, im Theaterbusiness tätig, zu viel Geld kommt und schließlich in Stratford sozusagen zum Vermögensmillionär wird, zum Gentleman mit Wappen, Herrenhaus und reichem Pacht- und Grundbesitz.

Religiös-politische Kämpfe zwischen Reformierten und Katholiken prägen die erste Hälfte seiner Zeit in der Stadt, etwa bis 1600. Es folgen religiös-politische Kämpfe zwischen Moderaten (Anglikanern) und Radikalen (Puritanern) etwa bis 1619. Ab den 20er Jahren erschüttert der Konflikt zwischen zwei Fraktionen der Puritaner den Stadtfrieden. Zur Fraktion des Vikars von Stratford gehört Shaksperes Schwiegersohn John Hall.

Shakspere selbst scheint sich nach der Heirat seiner Tochter 1607 und vielleicht im Schlepptau seines puritanischen Schwiegersohns zu den theater- und lustfeindlichen Puritanern zu schlagen. Das könnte der Grund dafür sein, warum er sich von der „sittengefährdenden“ Welt des Theaters trennt, von der er so lange ein Teil gewesen ist.

5. die Stadt stagniert 100 Jahre weiter, merkt aber allmählich, dass sich mit dem Namen Shakespeare etwas gewinnen lässt;

6. Stratford wird Mitte des 18. Jahrhunderts mehr und mehr zum Pilgerziel für Shakespeare-Verehrer;

7. Stratford wird die dank Shakespeare-Tourismus und Shakespeare-Industrie prosperierende Stadt von heute (Gewinne, die sie sich durch teuflische Ketzer wie mich nicht wegnehmen lassen will!)


Shakespeare/Shakspere in Stratford – seinem Lebensmittelpunkt: Warum schreiben die Biographen darüber so wenig? Warum gehen sie nur am Rande darauf ein? Warum erklären sie uns nicht, wie das Künstlerleben, das Leben des Dichters und Intellektuellen, des Viellesers und Weltneugierigen, der der Autor der Werke ist, vereinbar ist mit dieser Wahl des Lebensmittelpunkts?

Es ist ja doch denkbar, dass es vereinbar ist – auch wenn es widersprüchlich ist. Was für Widersprüche zeigen sich in uns immer wieder?! So eben auch in Shakespeare/Shakspere. Zentrale Aufgabe von Biographien ist es, diese Widersprüche so anschaulich und präzise wie möglich herauszuarbeiten und dann plausibel zu machen, wie das kaum Vereinbare im realen Leben dann doch zusammengehen kann.


Literatur über Stratford-upon-Avon zur Zeit Shakespeares:

Robert Bearman: Shakespeare in the Stratford Records. – Shakespeare Birthplace Trust 1994

Robert Bearman (ed): The History of an English Borough. Stratford-upon-Avon 1196 – 1996. – Shakespeare Birthplace Trust 1997

Nicholas Fogg: Stratford-upon-Avon. Chichester 1986

J. R. Mulryne (ed): The Guild and Guild Buildings of Shakespeare’s Stratford. Ashgate. 2012

Außerdem:

Samuel Schoenbaum: Shakespeare. Eine Dokumentation seines Lebens. – Insel Verlag 1981 (Original: William Shakespeare. A Compact Documentary Life. 1977)


 

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14 thoughts on “Contra 2: Stratford-upon-Avon, die Shakespeare-Stadt”

  1. Das spricht ein spannendes Thema an, das einen Krimi wert wäre.
    Plot: Die Oxfords und ihre Verwandten (die Herberts) müssen fürchten, dass die Identität Shakespeare-deVere von einem Schauspieler aufgedeckt wird. Sie versuchen es, mit allen Mitteln zu verhindern – der Schauspieler riskiert Kopf und Kragen, damit sich sein Erpressungsversuch auszahlt … Der Kampf geht von 1604 bis 1623 immer wieder in eine neue Runde …

    Man kann sich viele interessante Varianten dazu überlegen. Mit Mord und ohne Mord. Ich werde mich den verschiedenen Roman-Möglichkeiten mal widmen. Vergessen wir dabei aber nicht, dass es ausgedachte Szenarien sind. Wichtig wäre dabei, immer im Rahmen dessen zu bleiben, was wir tatsächlich wissen, und von da aus in die Tiefen der Möglichkeiten vorstoßen.

    Über das Monument habe ich schon einen Artikel geschrieben:
    http://wer-war-shakespeare.de/first-folio-das-monument/

  2. Es wurde spekuliert, dass von dritter Seite, dem Autor und/oder seiner Familie, viel Geld gezahlt wurde an Shakspere, das er die Füße still hält, wenn die Öffentlichkeit anfing zu glauben, er der Theaterunternehmer und Schauspieler wäre der Autor. Das selbe würde für die Errichtung des Monumentes gelten. Zum Monument muss ein ausführliches Kapitel her. Alle bekannten näheren Umstände dazu.

  3. Ich will die letzten Brux-Zeilen (2.9.) übersetzen: sie treffen gut unsren Zeitgeist von den notwendigen Feindbildern…
    (Leo der Gute…) Das Problem ist die Grundhaltung, die man zu einem heiß-umstrittenen Thema einnimmt. (Ich Leo )Ruhig, gelassen, zwar engagiert, aber dennoch etwas distanziert, immer für Zweifel offen, neugierig –
    Der andere. (….der schlechte/,böse) ….Eben fanatisch, parteiisch, dogmatisch, gläubig./ usw..
    Das eine ist die wissenschaftliche Grundhaltung.( die meine..die Leo-nische))
    Wie nennen wir die andere? Eben besessen von Fanatismus und Feindbildern.._./ die bastianische)

    Kann man 10 Jahre an einem 700 Seiten Buch arbeiten , in dieser Feindeshaltung?
    Ich gestehe David zu, dass er diese 10 Jahre harter Arbeit noch glaubt, bewerkstelligen zu wollen und zu können
    Sei es, wie se….
    Z

  4. Das Problem ist die Grundhaltung, die man zu einem heiß-umstrittenen Thema einnimmt.
    Ruhig, gelassen, zwar engagiert, aber dennoch etwas distanziert, immer für Zweifel offen, neugierig –
    oder eben fanatisch, parteiisch, dogmatisch, gläubig.
    Das eine ist die wissenschaftliche Grundhaltung.
    Wie nennen wir die andere?

  5. Homo sapiens nennt sich der Mensch stolz, aber vergisst dabei leicht, dass ein sapiens immer auch ein idiotus ist – das gehört zusammen wie links und rechts, oben und unten, kalt und warm, reich und arm …

    Man hat eine Theorie und findet sie sehr befriedigend. Ein anderer kommt und spricht gegen die Theorie. Man verteidigt seine Theorie natürlich. Man will recht behalten. So, wie man ein Schachspiel gewinnen will. Jetzt geht es um die Ehre. Ums ICH. (Manchmal verbunden damit ist die Position, die berufliche Stellung.) Verschärft wird dieses Ich-Muss-Recht-Haben noch durch die Öffentlichkeit. Wie stünde man denn da, wenn man widerlegt würde? Das ganze Lebenswerk wäre kollabiert.

    Nun passiert das Schreckliche: Der Gegner hat gute Argumente. Was macht der Verteidiger nun? Er zieht alle Register, um sich gegen die GUTEN Argumente zu wehren. Er macht sie schlecht. Er ignoriert sie, wenn er sie nicht schlecht machen kann. Er macht den Gegner als Person schlecht … Er gräbt sich ein. Krieg! Er organisiert seine Verteidigung in Stammesform: Wir, der Stamm der Stratfordianer, veteidigen unsere Welt …

    Ich finde das sehr menschlich. WIR SIND SO.

    Kommt dazu, dass praktisch jeder, der anfängt, sich mit Shakespeare zu beschäftigen, erst einmal Shakspere für Shakespeare hält – und halten, weil genau dieses Angebot den Markt monopolisiert.

    Das Monopol MUSS unter allen Umständen als Monopol verteidigt werden. Die gegnerische (zweifelnde) Position darf nicht als überlegenswert dargestellt werden. Denn sonst geht sofort das Monopol flöten – und geht es flöten, gewinnen die besseren Argumente der Gegner. Die Stratford-Hypothese kann sich nur als Monopol halten, nur durch die Errichtung von fanatisch verteidigten Tabus.

    So funktioniert das in durchaus vernünftigen Gehirnen.

    Es ist wie bei Othello. Der Mann ist ein fähiger, umsichtiger, hoch-vernünftiger Feldherr. Und versagt kläglich, als es um Desdemona und Jagos Intrige geht. Da wird der große, rationale Mann plötzlich ein Depp, unfähig, eine Möglichkeit erst einmal als eine Möglichkeit zu behandeln und kritisch zu prüfen. Da setzt die Vernunft plötzlich aus.

    Dieses Aussetzen der Vernunft bei hoch-vernünftigen Menschen hab ich öfters beobachtet in meinem Leben.

  6. Es ist mehrfach dokumentiert, in Verträgen, auch einmal in Form einer Honorarzuweisung, schließlich im Testament indirekt durch die Schenkung der Ringe an drei seiner Unternehmer-Kollegen.

    Es liegt auch deshalb nahe, weil man sich sonst wirklich nicht erklären könnte, wie er an das viele Geld gekommen ist.

  7. Hallo Bastian, mach ne eigene Seite auf, niemand hat was dagegen. Ansonsten ist das reine Polemik, was Du ablässt. Was spricht für Dich für oder was gegen Oxford, das wäre hier von Interesse. Marlow ist doch eben so ausgelutscht wie Oxford.

  8. Dass Stratford seinen Sohn nicht vom Sockel stürzen will, das ist ja klar, ließ sich doch so viele Jahrhunderte mit ihm gutes Geld verdienen. Aber warum die Literaturwissenschaft, die Anglisten und Philologen, ja auch die Germanisten unbedingt beweisen wollen, dass sie eben doch keine Wissenschaft sind und schon gar keine Historiker, das will nicht in meinen Schädel. Es handelt sich eben um Kunst und nciht um Wissenschaft und da ist doch die Götteranbetung die größere Kraft, scheint’s mir.

  9. Wenn es Meister David nicht so wichtig erscheint, auf Marlowe einzugehen, so vermag ich das nur zu verstehen für jemanden, der eine nun bald eine 1Jahrhundert alte überaus reichhaltige heftige Debatte, erbitterter Argumentation und Diskussion für sich selbst erst wiederholen (muss und) will, obwohl sie von einer kollektiven weltweiten Intelligenz ad ultimo „ausgelutscht“ wurde, ohne dass auch nur ein minimaler Fortschritt einer Lösung erkennbar wurde. Warum eigentlich?

    Muss das scheinbar un(auf)lösbare Autorschaftsproblem nicht irgendwelche tieferen ( bisher nicht zugänglichen) Gründe haben? woher die Zuversicht, dass das eigene Gehirn über noch unerschlossene bessere Valenzen verfügt?

    Wäre es nicht an der Zeit (nach 100 Jahren stagnierender Lösungsansätze) ein Paradigmenwechsel vorzunehmen oder zumindest zu versuchen?
    Oder soll diese abgehangene Diskussion , der 100ste Neuaufguss ein weiteres Jahrhundert dahindümpeln?

    Hat das Marlowe/Shakespeare Paradigma nicht ungleich bessere Karten, die es lohnt, zu ergründen, anstatt sich in endlosen Tiraden von der „Oxfraud“-Kampfgruppe beschimpfen zu lassen und zu erwehren?

    Man ahnt den perpetuierenden Verlauf dieses ehrenwerten neuen Münchner Unternehmens…irgendetwas Neues, bisher ungedachtes, ungefragtes, sollte da schon hinzukommen, und wenn das mit Marlowe den Denkhorizont überschreitet, dann bitte wenigstens ein anderes neues bis her nicht verstandenes Konzept.-

  10. Zu Punkt (5): Woher weiß man das so genau, dass der Kaufmann in Stratford auch der Thaterunternehmer war? Das ist mir jetzt nicht besonders aufgefallen, dass das mal ausgearbeitet wurde. Aber ich hab natürlich nicht alles im Kopf.

    Tippfehler, ich will mich bemühen, darauf hinzuweisen, auch wenn das nicht so wichtig ist. Danke für die Bestätigung, das Sie gerne unterschieden zwischen den Namensvarianten, das ist definitiv nicht konsequent durchgehalten, da sin einige Fehler. Auch darauf will ich gerne achten.

  11. Vielen Dank erst einmal.
    Zu Ihren Anregungen:

    (1) Chronologie kürzer? – Ich möchte am Ende zwei Chronologien anbieten, eine kurze und eine, die sehr ausführlich ist. Für den jeweiligen Bedarf.
    (2) Tippfehler: Gibt es noch viele. Ich bin dankbar, wenn man sie mir meldet. Ich schaue auch selber immer wieder, wenn ich eine bereits geschriebene Seite erneut lese, um etwas inhaltlich zu ergänzen oder zu verbessern.
    (3) Schoenbaum: Das ist der wichtigste und gewichtigste der stratfordianischen Biographen – ich nehme ihn darum besonders ernst. Die Stratfordianer werden mir darin durchaus zustimmen.
    (4) Andere Biographien: Ich habe eine ausführliche Besprechung von Posener auf einer eigenen Seite geliefert. Auf Bryson bin ich auch eingegangen, ebenso auf Greenblatt. Die weiteren Biographien, die ich zum Teil schon früher einmal gelesen habe und die ich erneut lesen werden, kommen noch dran. Ich habe vor, ALLE Biographien der letzten 30 Jahre zu studieren.
    (5) Die vollkommene Trennung des Theatermannes und des Kaufmanns ist insofern unmöglich, als der Kaufmann ja auch der Theaterunternehmer war; wenn Sie eine Trennung von Autor und Kaufmann meinen, so liefert Diana Price diese Trennung in Perfektion. Ihre Darstellung ist eine der Grundlagen meiner eigenen Darstellung hier.
    (6) Shakespeares scheint es in Warwickshire öfters gegeben zu haben. Mehr weiß ich auch nicht darüber.
    (7) Zwischen den Schreibweisen unterscheiden: Im großen und ganzen stimme ich hier den Stratfordianern zu, die betonen, dass in aller Regel mit der Schreibung sehr frei umgegangen wird in dieser Zeit. Ich habe das auch immer wieder beobachtet. Allerdings fällt vor diesem Hintergrund auch eine – relative – Konsistenz in dieser Hinsicht auf: In Stratford heißt es zu aller meist – nicht immer! – Shakspere. Wenn der Autor gemeint wird, etwa auf den Titelblättern der Folios oder bei sonstigen Bezügen zum Autor, heißt es fast nie Shakspere, sondern fast immer Shakespeare oder Shake-speare. Das ist wohl kein Zufall. Zugunsten der Stratfordianer ließe sich aber argumentieren, dass der Autor (in deren Vorstellung: der Kaufmann aus Stratford) das selber so wollte: zwei getrennte Existenzen, auch durch die Schreibweise markiert. Dagegen ließe sich wiederum einwenden, dass die sechs Unterschriften immer, soweit sie dahingehend überhaupt etwas aussgen, Shakspere und nicht Shakespeare erkennen lassen. – Ich schließe mich den Nicht-Stratfordianern an und schreibe Shakspere, wenn ich den Stratforder meine, und Shakespeare, wenn ich den Autor meine. Ich denke, ich habe das auf den vielen Seiten konsequent gehandhabt. Wenn einmal nicht, wäre ich für einen Hinweis dankbar.

    Man kann mir unter jeder Seite Hinweise auf Tippfehler etc. geben.

    Wenn Sie Lust haben, können wir einzelne Seiten, die Sie besonders interessieren, gemeinsam durchgehen. Ich würde mich jedenfalls über einen weiteren Kontakt sehr freuen.

  12. Ich finde es großartig, dass Sie das machen hier. Mich interessiert das Thema schon länger und ich habe die wichtigsten Bücher über die Oxfordtheorie gelesen, habe auch die Website der Neuen Shake-Speare-Gesellschaft studiert. Zur Chronologie, man könnte es noch kürzer machen, nicht so viel argumentieren, nicht so umständlich fragen, es sind einige Tippfehler, orthographisch und logisch grammatikalisch drin und an mehreren Stellen wird versehentlich 1600 statt 1500 geschrieben. Bitte korrigieren. Es wird nirgends, soweit ich sehe, begründet, warum so häufig auf Schoenbaum eingegangen wird, nicht aber auf andere Biographien, das irritiert. Hingegen scheint mir nicht so wichtig, auf Marlowe einzugehen, weil das eine neue Website und ein ganz neues Thema wäre, um das sich auch gerne andere kümmern können. Es ist reichlich genug Arbeit auf all die Widersprüche bei dem Stratforter und bei Oxford einzugehen. Gäbe es eine Möglichkeit die Figur des Stratforter Kaufmanns vollständig von der des Theatermanns in London zu trennen? Oder ist das ausgeschlossen, aufgrund der Indizien?
    Gibt es seine genealogische Untersuchung des Namens Shakespeare? Wie häufig ist der in der Elisabethanischen Zeit, welche Varianten, Stammbäume etc. Zur größeren Übersichtlichkeit sollte noch strenger zwischen den Schreibweisen Shakespeare und Shakspere unterschieden werden, auch wenn das in der Wirklichkeit nicht so war. Generell hatte man es mit Orthographie ja noch nicht so. Aber die Schreibweise würde helfen den Autor von dem Theatermann/Kaufmann zu unterscheiden zum besseren lesenden Verständnis.

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