Tagebuch

25.06.2019

Begonnen habe ich nun den umfangreichen Teil Contra Oxford – Argumente, die gegen die Autorschaft Edward de Veres vorgebracht werden. Zunächst oben auf jeder Seite der Einwand. Nach und nach werden die Erwiderungen folgen. (Im Moment gibt es sie nur für Contra-Argument 1, 2 und 5.)

Im Oxford-Themen-Bereich ist noch viel zu tun. Hinzugefügt habe ich eine Seite zum Thema Der Klagende.

Im Bereich Stücke-Chronologie gibt es jetzt eine Seite mit einem chronologischen Überblick über alle Werke.

Der Beitrag von Kathman über Shakespeares (= Shaksperes) Freunde (in Shakespeare Beyond Doubt, Hg: Edmondson/Wells) hat mich zu einer eigenen Seite darüber inspiriert.

Viele der bereits vorhandenen Seiten habe ich ergänzt bzw. korrigiert, ohne dass ich sie hier aufzählen möchte. Besonders interessant für die Autorschaftsfrage dürften die Hinzufügungen auf der Monument-Seite sein.

Vor allem die Seiten zum Thema Bildung habe ich stark überarbeitet und erweitert (Kann er schreiben? – Latein – Grammar School & University – Bildung der Töchter).

Im Moment lese ich gerade Peter R. Moore (The Lame Storyteller, Poor and Despised) zuende, dazu Brysons Shakespeare-Biographie.

Sie hat „nur“ 200 Seiten, die Hälfte davon beschäftigt sich mit England in der Zeit Shakepeares, die andere Hälfte folgt erfreulicherweise nur halb den üblichen Biographie-Mythen. Bryson hat genug gesunden Menschenverstand, die üble Methode der Shakespeare-Biographen zu kritisieren, die bereit sind, fast jeden Mythos aufzugreifen und flugs aus fast jedem Konjunktiv den Imperativ hervorzuzaubern. Allerdings fällt auch Bryson gelegentlich den wunschgetriebenen Interpretationen seiner Vorgänger zum Opfer. Mal sehen, ich bin noch mittendrin.

Moore ist einer von den Oxfordianern, denen die Stratfordianer nie und nimmer Antwort stehen werden. Immer werden sie ihn ignorieren, kategorisch und konsequent werden sie ihn ignorieren. Warum? – Weil er präzise umsichtig sachlich argumentiert. Da hätten sie einen durch und durch wissenschaftlich kritischen Geist als Gegner. Ich habe noch keinen Stratfordianer entdeckt, der den Namen Moore auch nur einmal erwähnt hätte. Was macht man mit einem Opponenten, der einem haushoch überlegen ist? – Man weicht ihm aus, so gut es geht. Und schreibt lieber 3 Kapitel über Delia Bacon.

Moores sorgfältige Überlegungen, wie die Sonette sich auf Oxfords Biographie beziehen könnten, werde ich später einmal auf einer eigenen Seite zusammenfassen.

Als nächstes werde ich mir Germaine Greers kurze Shakespeare-Biographie vornehmen. Und, um meine Oxford-Seiten voranzubringen, Eyre und/oder Anderson. (Letzteren habe ich schon früher einmal gelesen.)


04.06.2019

Samuel Schoenbaum habe ich nun vollständig in die Shakspere-Chronologie eingearbeitet, dabei diesen knapp 30 Buchseiten langen Text korrigiert. Als Zwischenergebnis bin ich im Moment damit zufrieden; aber aufgrund seiner Länge und des damit nötigen ewigen Skrollens ist es so noch keine ideale Lösung.

Ich muss auch einen Weg finden, diese chronologische Biographie stärker herauszuheben.

Sie muss auch noch lesbarer werden. Das eine oder andere aus den Unterkapiteln werde ich noch in diesen Haupttext übernehmen.

Die reflexiven Absätze habe ich nach rechts eingerückt und kursiv gesetzt. Dafür findet sich vielleicht auch noch eine bessere Lösung, etwa ein dezent grauer Hintergrund. 

Nebenbei sind ein paar weitere kleine Seiten entstanden, u. a. Schoenbaum erklärt. Hier lässt sich Schoenbaum mit Schoenbaum widerlegen bzw. öffnen zur Autorschafts-Skepsis.


01.06.2019

Der Anfang der Themenseiten zu Oxford ist gemacht. Dieser Bereich wird ca. 10 recht lange Seiten bekommen.

Neu sind einige Seiten zum Pseudonym. Natürlich ist auch das noch Baustelle.

Außerdem habe ich aus Walter Kliers „Der Fall Shakespeare“ einiges auf die Oxford-Biographie-Seiten übertragen.

Im Bereich Contra Stratford gibt es eine neue Seite über Looney.

Vor allem bin ich gerade dabei, nach der Lektüre von Schoenbaums „Shakespeare. Eine Dokumentation seines Lebens“ Neues auf die Biographie-Seite zu bringen, vor allem auf die Chronologie-Seite. Die ich dabei gründlich überarbeite.

Das sind die größeren Neuerungen in den letzten zwei Wochen. Auf vielen anderen Seiten habe ich kleinere Veränderungen vorgenommen, auf die ich nicht im einzelnen eingehen muss.

Wer gern Englisch liest, dem empfehle ich diese Auseinandersetzung mit Jonathan Bate, einem fanatischen Stratfordianer, auf den ich bald zurückkommen werde. (Dank an Herrn Tristram für den Tipp.)

Ich habe in der Folge die Monument-Seite ergänzt und plane, die Dugdale-Skizze des Monuments zu einem weiteren klaren Beweispunkt contra Stratford auf die obere Ebene zu bringen.

Gestern habe ich angefangen, Peter Moore (über Oxford) und die rabiate Stratford-Verteidigung von Edmondson/Wells (Shakespeare Beyond Doubt) zu lesen. Ich werde mich in den nächsten Tagen daran machen, die Seiten zur Oxford-Kritik zu eröffnen.


17.05.2019

Es dauert noch etwas, bis Google unsere Website indexiert hat – bis sie also gegoogelt werden kann. Vielleicht noch eine Woche.

Inzwischen habe ich einige Seiten zum Thema Pseudonym hinzugefügt. Außerdem eine Seite über Southampton im First-Folio-Kapitel und die Seite über Mark Twain (Autorschaftsgeschichte). Ich werde demnächst einen 10. Hauptpunkt der Liste der Gründe hinzufügen, warum Shakspere/Stratford als Autor nicht in Frage kommt.

Ich lese gerade Margot Heinemann: Puritanism and Theatre. Thomas Middleton and Opposition Drama under the Early Stuarts. Cambridge 1980. Darin stecken Einwände gegen meine Argumentation zum Thema Puritaner und Shakespeare, die ich in den nächsten Tagen einarbeiten werde.

Heinemann macht den Unterschied zwischen Puritanern im engeren Sinne (strikte Calvinisten und damit Theaterfeinde) und Puritanern im weiteren Sinne (unter ihnen gab es viele Theaterfreunde). Wozu ist John Hall, der Schwiegersohn, zu rechnen? – Ich würde sagen: zu den Calvinisten. Das zeigt seine engagierte Unterstützung des calvinistischen, theokratisch orientierten Vikars von Stratford, Thomas Wilson, ab 1619.


13.05.2019

Ich lese, was andere schreiben, fasse es zusammen, fasse es kurz, ordne es. Einen Überblick will ich mir schaffen. Und Ihnen.

Gelegentlich kommt mir ein Gedanke, den ich (noch?) nicht finde bei anderen. Mir scheint (Vorsicht – ich hab wirklich noch nicht alles gelesen!), dass bisher sich noch niemand kritisch mit der Welt von Stratford beschäftigt hat, die der Lebensmittelpunkt des Geschäftsmanns William Shakspere war. Wie ist es möglich, dass sich der hoch-intellektuelle, aristokratie-besessene, weltoffene, immer neugierige bildungs- und bücherreiche Autor in eine Umwelt zurückzieht, die ihm dafür so gut wie nichts zu bieten hat?

Dazu die Theaterfeindlichkeit der Puritaner, die sich in bürgerlichen Kreisen damals allmählich durchsetzt. Dass man in Stratford bereits 1602 Theateraufführungen verbietet, kommt in den meisten Biographien zu Shakespeare überhaupt nicht vor, und wenn es doch mal in einer erwähnt wird, dann nur nebenbei und ohne die heiße Frage zu stellen, was das für unseren Theaterfreak Shakespeare bedeutet haben könnte.

Dann heiratet seine Lieblingstochter und Haupterbin Susanna auch noch einen – theaterfeindlichen, wie wir annehmen müssen – Puritaner, John Hall …

Theater hatte bei der puritanisch orientierten Oberschicht von Stratford einen  schlechten Ruf. Und unser Shakspere oder Shakespeare hat nun mal den Hauptteil seines Geldes als Theaterunternehmer verdient – in einem sittenverderbenden Unternehmen, gegen das die Puritaner Sturm laufen.

Wir könnten hier einen Grund dafür sehen, warum sich Shakspere/Shakespeare in seinen letzten Jahren vom Theater zurückgezogen hat. Und warum nicht einmal nach dem Erscheinen des First Folio in Stratford etwas auf einen THEATER-Autor Shakespeare hingewiesen hat.

Ist das kein Thema für eine Shakespeare-Biographie?

In diesem Punkt scheine ich auf Neuland gestoßen zu sein.

(Dazu mehr im Stratford-Kapitel, Unterkapitel John Hall, Puritaner, Theater in Stratford, Theaterfeindlichkeit.)

Dieser Hintergrund legt auch die Frage nahe, wie denn Stratford (und nicht nur Anne Shakspere) auf die Veröffentlichung der Sonette 1609 reagiert haben könnte!

Auch dies hat – so scheint mir – noch nie jemand gefragt.

Ganz nebenbei ergibt sich hier ein weiterer Grund dafür, warum Shakespeare ein Pseudonym gewesen sein muss.


12.05.2019

Wir sind ab heute voll im Internet.

Mit dem harten Kern des Internet-Buches. Auch wenn jede Seite noch als Entwurf, das ganze Buch noch als Baustelle zu betrachten ist – und Baustelle bleiben wird bis weit ins nächste Jahr hinein.

Im Moment dürften es umgerechnet ca. 250 Buchseiten sein, die Sie bei unserem Start lesen und kritisieren oder sonstwie kommentieren oder auch ergänzen können. Wir erwarten, erhoffen uns Ihre Mitarbeit.

Vieles ist noch zu tun. In der Contra-Stratford-Hälfte stehen immerhin alle Hauptkapitel, aber die meisten Unterkapitel sind noch zu schreiben. In der Pro-Oxford-Hälfte gibt es fast nur die vorläufige Chronologie unseres Kandidaten (sie wird noch umgearbeitet werden in eine gut lesbare biographische Erzählung). In diesem Bereich sind also noch weniger als 10% unserer Pläne umgesetzt.

Nicht zuletzt fehlt noch die seiteninterne Verlinkung.

Bislang stützt sich der Text fast ausschließlich auf Bücher. Die Websites zum Thema werden später ausgewertet werden.

Ich rechne damit, dass ich mich in vielen Punkten geirrt oder falsch oder schief ausgedrückt habe. Ich korrigiere mich gern und reagiere nicht pikiert, wenn mir jemand auf den Schlips tritt.

Bald liefern werden wir als Service

  • die time line,
  • ein Lexikon der vielen Namen (mit kurzen Angaben über die Rolle, die sie in der Autorschaftsdebatte spielen),
  • die Liste der Werke Shakespeares in Hinblick auf die Autorschaftsfrage,
  • eine kommentierte Liste der Stratford-Zweifler,
  • ein Lexikon der Begriffe (was zum Beispiel ist ein Yeoman?)
  • ein kommentiertes Verzeichnis der wichtigsten Bücher zum Thema, samt ausführlicher Rezension aller auf Deutsch erschienenen Bücher
  • Lust auf Shakespeare – Seiten
  • die seiteninterne Verlinkung
  • ein praktisch nützliches Schlagwortsystem (zusätzlich zur Suchfunktion)
  • und anderes mehr.

Nicht zuletzt fehlen bisher Bilder und Graphiken.

Das Konzept ist aber wohl bereits erkennbar. Es geht uns um Übersichtlichkeit, um Transparenz. Wir nutzen dazu die Möglichkeiten des Internets.

Und wir hoffen, dass die Qualität des Internet-Buches nicht nur durch meine fortgesetzte Lektüre, sondern auch durch IHRE Interventionen ständig zunehmen kann.


03.03.2019

Die Struktur steht: ein erstes Inhaltsverzeichnis. Dazu schon mal ein Dutzend Seiten im Entwurf.

Ich beginne mit Seiten über den „Kaufmann von Venedig“, da ich grade mit ihm beschäftigt bin. Es folgen die Seiten über die Sonette, die ich erst im Februar alle gelesen habe, begleitet von einiger Sekundärliteratur.

Die zehn Bücher über die Autorschaftsfrage, die ich u. a. in den letzten drei Monaten gelesen habe, werde ich alle nochmal durchgehen müssen.

Mitte Februar 2019:

Die Idee, dieses Internetbuch zu schreiben, wird geboren.

Seit Anfang November 2018 habe ich Shakespeare und über Shakespeare gelesen: Werke, Interpretationen, Biographien (beider Kandidaten), Plädoyers gegen Stratford und für Stratford …

Auch auf den einschlägigen Websites habe ich mich herumgetrieben, dabei viel erfahren und gelernt – und die umsichtige Gesamtdarstellung nicht gefunden, die mich überzeugt hätte.

Auf Deutsch gibt es das Buch nicht, das ich mir über das Thema wünsche. (Trotz dreier guter Bücher: eines von Robert Detobel, eines von Kurt Kreiler, eins von Walter Klier). Hilfreich für die, die sich mit dem Thema in deutscher Sprache beschäfigen wollen, sind der Uwe Laugwitz Verlag und die SHAKE-SPEARE-Seite. (Links unten im Footer!)

In Bezug auf eine übersichtliche und aktuell veränderbare Zusammenfassung also sto0en wir in eine Marktlücke, die darauf wartet, gefüllt zu werden.

frido macht’s möglich, internet-technologisch und indem er mich motiviert udn berät: Er kann eine Website bauen und betreuen und begleiten – ich kann sie schreiben.

Share

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *