Vorwort

Dieses Internetbuch entsteht Schritt für Schritt. Jede Seite ist vorläufig, viele Seiten sind noch nicht aufgeschlagen. Ich hoffe, bis Ende des Jahres durch zu sein. Aber auch danach werden die Seiten weiter offen bleibt für Veränderungen. Darin liegt einer der Vorteile eines Internetbuches.

Gehen Sie also immer davon aus, dass jede Seite, die Sie hier lesen, veränderbar ist und verändert – verbessert – werden wird. (Im Kommentarteil werde ich auf substanzielle Änderungen an einer Seite hinweisen; das Datum des Artikels ändere ich entsprechend.)

Es geht in diesem „Buch“ nicht um die Detailforschung, sondern darum, den Überblick über das gesamte Thema herzustellen – und ihn inmitten der Debatte und angesichts aller Korrekturen zu bewahren. Von der Zusammenfassung her ist zu erkennen, wie die einzelnen Teile zusammenhängen und wo noch Schwächen und Leerstellen bestehen.

Ich forsche also nicht selbst, sondern bringe das, was andere erforscht haben, zusammen und mache es überschaubar. Dabei immer mit kritischem Blick auf die Stärken und Schwächen der jeweiligen Darstellung.

Meine Informationen entnehme ich überwiegend englisch geschriebenen Büchern und Website-Beiträgen. Die meisten Deutschen, die sich mit der Autorschaftsfrage beschäftigen, verstehen genug Englisch, um diese Texte ohne Übersetzung verstehen zu können. Vielen wird es aber leichter fallen, die Argumente in ihrer Muttersprache zu lesen und zu verdauen.

Ist mein Standpunkt parteiisch? – Bedingt. Meine bisherigen Erkenntnisse laufen darauf hinaus, dass nicht der Stratforder, sondern Oxford der Autor „Shakespeare“ war. Ich bin aber durchaus neugierig zu sehen, ob die Argumente im Feuer der Debatte meine vorläufige Überzeugung stützen können. Aus Lebenserfahrung weiß ich, dass ich mich irren kann – auch schwer und peinlich irren kann. Es lohnt sich also für mich, die Türen und Fenster meines Theoriehauses offen zu halten und den Zweifel gastfreundlich zu bewirten.

Wer war Shakespeare?

Ich möchte es gern wissen!

Ich möchte es gern herausfinden!

Die Stratfordianer gehen von vorn herein davon aus, dass der Stratford-Mann, nennen wir ihn Shakspere, der Autor der Werke war, die unter dem Namen Shakespeare veröffentlicht worden sind.

There is no (reasonable) doubt.

Wer daran zweifle, begebe sich auf das Niveau der Intelligent-Designer und Holocaust-Leugner, auf das Niveau der Verschwörungstheoritiker.

Darum bestehe kein Grund, sich mit der Verfasserfrage ernsthaft zu beschäftigen. Sie sei wissenschaftlich so komplett erledigt wie die die sogenannte Holocaust-Frage, die ja auch keine Frage ist, sondern bösartige Propaganda.

Falls dann doch eine Antwort notwendig würde, antwortet man nur in der Weise, all die dummen Einwände als dumm erkennbar zu machen, und indem man sich verächtlich anschaut, was diese verqueren Typen, die da am Offensichtlichen zweifeln, zu ihrem irren Treiben veranlasst.

Wir halten dagegen: Der „Stamm der Stratfordianer“ tabuisiert die Verfasserschaftsfrage. Er fundamentalisiert die Auseinandersetzung mit ihr. Er verweigert den forschenden, den neugierigen Blick auf das überraschende Phänomen, dass im Falle Shakespeare Werk und (angeblicher) Autor nicht recht zusammenpassen wollen.

Theorien können richtig sein – und falsch.
Theorien werden behauptet, begründet, diskutiert, bestritten, eventuell widerlegt oder bewiesen.
Theorien werden leider auch geglaubt, für heilig und unbestreitbar erklärt, tabuisiert, fanatisch oder missgelaunt verteidigt gegen „Ketzer“ oder „Idioten“.

Wer verhält sich hier irrational – die professionellen Anglisten (und ihre Mitläufer), die die Verfasserschaftsfrage tabuisieren, oder die meist nicht-akademischen Skeptiker, die sie kritisch stellen und auf empirische (!) Zweifelsgründe Bezug nehmen?

Wie kommen die Stratfordianer dazu, ihre Hypothese zu tabuisieren? Die Auseinandersetzung zu fundamentalisieren? Uns, die Skeptiker, zu beleidigen? Was hat dieses Verhalten mit Wissenschaft zu tun?

Unser Internetbuch wendet sich an alle, die bezüglich Shakespeare neugierig sind. Nicht an die Shakespeare-Spezialisten und professionellen Anglisten, obwohl uns deren Einwände interessieren und manchmal auch korrigieren könnten.

Wir stellen uns die durchschnittlichen deutschen Shakespeare-Leser oder das Shakespeare-Film-Publikum vor. Wir alle fragen neugierig: Wie können wir uns den Autor Shakespeare vorstellen?

Shakespeare ist- unserer Überzeugung nach – der größte Autor der westlichen Welt. Möglicherweise der bedeutendste Dichter aller Zeiten und aller Kulturen. Da möchte man schon gern wissen, wer er war und wie er gelebt und gedacht hat, selbst wenn man kein Literatur-Freak ist und keine Lust hat, sich in das Labyrinth der wissenschaftlichen Debatte und auf das Schlachtfeld der Autorschaftsdebatte zu begeben.

Soviel kann man auf jeden Fall feststellen: Die Identität des Autors ist umstritten.

Wir haben auf dieser Website alles so eingerichtet, dass Sie fragen können; dass Sie mitreden können.

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